Entdeckungsreise nach Kozuf in Mazedonien |
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Von dem mitten auf der Balkanhalbinsel im südöstlichen Teil Europas gelegenen und seit 1991 unabhängigen Mazedonien wissen die meisten allenfalls, dass es sich um eine frühere Teilrepublik Ex-Jugoslawiens handelt. Dabei verdient dieses kleine Land durchaus ein Wenig mehr Interesse..., und das nicht zuletzt, weil es Wintersportlern noch weite Flächen jungfräulichen Schnees zu bieten hat. Es gibt sie nämlich noch, und zwar in unserem schönen Europa.
Stellen Sie sich ein zwischen Griechenland und Mazedonien gelegenes Gebirgsmassiv von bis zu 2208 Metern Höhe vor, das der Zivilbevölkerung von 1945 bis 1992 als militärisches Sperrgebiet gänzlich unzugänglich war... Heutiges Resultat ist ein weitläufiges Gelände, von Gott (der nicht so recht wusste, was er mit diesem Fleckchen Erde anfangen sollte) und der Welt vergessen. |
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Entwurf eines Traums |
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| Angel Nakov, mazedonischer Geschäftsmann und außerdem Wanderer, Snowboarder und Bergfreund, kommt beim Anblick der unberührten Weiten ein Gedanke.
Seinen ersten Besuch Kozufs unternimmt er 1986 in Begleitung eines befreundeten Überlebenskünstlers (stellen Sie ihn sich als eine Mischung aus Rambo und Nicolas Vanier vor), der das Gebirge praktisch vor der Nase der Militärs erforscht, Fallen aufstellt und im Wald übernachtet. Die autonome Lebensführung in völliger Abgeschiedenheit ist eine alte Tradition der osteuropäischen Staaten. Die ursprüngliche Bevölkerung Kozufs hatte die Gegend bereits 1945 verlassen; 101 Dörfer waren seinerzeit dem Erdboden gleich gemacht und die Einwohner weit hinaus aufs flache Land getrieben worden. Zurück blieben nur das Militär, der Wald und die Fauna. Selbst von den Landkarten hatte man das Gebirge verbannt, so dass seine Existenz vielen Mazedoniern bis heute unbekannt ist. |
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| 1992 ändert sich das Gesetz. Kozuf ist wieder frei und die Militärs ziehen sich zurück. Angel bietet an der Grenze Duty-free-Artikel an, kauft mehrere Grundstücke, baut ein Farmhaus, errichtet eine Straße und erforscht die Berge mit dem Motorroller oder zu Fuß. 2001 entscheidet er sich schließlich zum Bau einer Skistation in Kozuf.
Anlässlich unseres Besuchs sind wir über die neue Straße von Gevgelia, einem Ort an der griechischen Grenze, angereist. Die Strecke bietet einzigartige Eindrücke unberührter Natur; riesenhafte Bäume zieren die Landschaft; Meilenweit gibt es keinerlei Zivilisation und der Wolf ist hier nicht seltener als der Mensch..., einfach magisch! |
| Unberührte Natur |
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Im Jahr 2009 kann das Abenteuer beginnen |
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| 5 Jahre später, in Zeiten politischer Unruhe, nimmt die Station trotz aller Widrigkeiten (erste Bebauung, erster Einwohner, erster Doppelmayer-Sessellift) allmählich Formen an. Im Jahr 2009 wird die Anlage erstmals für eine Saison in Betrieb genommen. Ein Sessellift und zwei Schlepplifte befördern die Besucher von 1500 bis auf 2200 Meter Höhe, wo sie sich inmitten eines scheinbar grenzenlosen Waldes wiederfinden. Die Straße wurde inzwischen auf eine Breite von 9 m ausgebaut und erleichtert die Anreise erheblich. Überachtungsmöglichkeiten finden sich in einigen Ferienhäuschen und zwei in der Endphase der Bauarbeiten befindlichen Hotels: "Alles hier hat humane Ausmaße", erklärt uns ein begeisterter Angel. "Wenn man einen Vergleich ziehen möchte, entspricht Kozuf wohl noch ehesten dem österreichischen Lecht. Ich habe mich rettungslos in diese Gegend verliebt und wünsche mir, dass jeder Besucher, jeder Skifahrer oder Snowboarder, dasselbe empfindet wie ich, als ich zum ersten Mal hierher kommen durfte." |
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| Verrückter, Vorreiter, Visionär – Angel ist wohl von alldem ein Bisschen. Das Abenteuer Kozuf, eine aus dem Nichts entstandene Skistation, ist ein Ausnahmefall in Europa, wo man heute weniger baut sondern vielmehr Vorhandenes modernisiert. In seinem geliebten Mazedonien, vom Krieg zerrüttet, arm und mittellos, ist es einem Mann gelungen, seinen größten Traum zu verwirklichen. Wünschen wir ihm viel Glück (bisher verläuft die Saison planmäßig)! |
| Modernste Ausstattung |
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Zusammenfassung |
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Mazedonien liegt nördlich von Griechenland, westlich von Bulgarien und östlich von Albanien mitten auf der Balkanhalbinsel. Mit seinen 25 333 km² ist das Land gerade einmal halb so groß wie die Schweiz. Von den 2 Millionen Einwohnern sind 60 % Mazedonier, 20 % Albaner und 20 % unterschiedlicher Herkunft (Bulgaren, Griechen, Kroaten, Bosnier, Roma).
Von Kozuf sind es 33 km bis Gevgelia (Mazedonische Stadt an der Grenze zu Griechenland mit internationalem Bahnhof), 150 km bis Skopje (Hauptstadt Mazedoniens) und 120 km bis zum Flughafen von Thessaloniki. |
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| Skifahren in 2200 Metern Höhe, und das ganz in der Nähe Griechenlands, ist das realistisch? Ja, das Gebirge von Kozuf wirkt wie eine Trennwand zwischen mediterranen (die Ägäis befindet sich in nur 35 km Luftlinie) und kontinentalen Wettereinflüssen. Eine recht hohe Niederschlagsrate und durchschnittliche 1,50 m Schnee pro Jahr sind die Regel. Das Skigebiet erstreckt sich von 1500 auf 2200 Höhenmeter. Der Zelenberg-Gipfel (2208 m) bildet den Höhepunkt der Station und liegt nur 100 Meter vor der griechischen Grenze. Die Gesamtgröße des Skigebiets beläuft sich auf 2000 ha, die des Massivs auf 80 km². |
| Schnee garantiert |
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Nützliche Informationen |
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www.skikozuf.com.mk Touristeninformation Mazedonien: www.exploringmacedonia.com Skipass für die Nutzung 35 präparierter Pistenkilometer + zweier neuer Strecken ab Winter 2010: 13 €.
Anfahrt Ab Zürich gehen mehrere Flüge nach Skopje, die Preise variieren von 200 bis 500 €. Konsultieren Sie die Seite der Macedonian Airline: www.mat.com.mk oder wenden Sie sich an Austrian Airlines für Flüge ab Wien.
Formalitäten, Geld, Transport Reisepass empfohlen. Das Abheben von Geld mit einer Bankkarte ist in Skopje ebenso unproblematisch wie der Umtausch von Euro in mazedonische Denar. Das ganze Land kann bequem mit dem Bus bereist werden.
Wetter www.meteoblue.com www.meteo.gov.mk
Reiseführer, Bücher und Landkarten Reiseführer: "Makedonien Unterwegs auf dem südlichen Balkan" von Philine von Oppeln
Landkarten: Kartenmaterial zu den Shar Mountains, herausgegeben vom Bergsteigerverein Tetovo. Bücher: "Die Sache mit Bruno", "Nowhere Man" und "Lazarus" von Aleksandar Hemon; "Balkan-Blues und Blaskapellen" von Gart Cartwright |
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 Vor der griechischen Grenze |
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